Lyx OS
Lyx OS ist ein bare-metal x86-64-Betriebssystem, das vollständig in der Lyx-Sprache und NASM-Assembly geschrieben ist. Es startet direkt über UEFI — ohne Linux, ohne GRUB, ohne externe Laufzeitumgebungen.
Der Compiler lyxc ist ein Kernbestandteil des Systems: er läuft auf dem Host für den Kernel-Build und wird langfristig als Compiler-as-a-Service im Kernel selbst betrieben.
→ Erste Schritte · Architektur · Syscall-ABI · Lyx-Sprache
Was ist Lyx OS?
Lyx OS ist kein weiterer Linux-Klon. Die zentralen Designentscheidungen unterscheiden es grundlegend von bestehenden Systemen:
Kein fork(), kein errno, kein Root
Drei Paradigmen, die sich in allen gängigen Betriebssystemen über Jahrzehnte als Fehlerquellen erwiesen haben, existieren in Lyx OS nicht:
- Kein
fork()— Prozesse werden ausschließlich viasys_spawn()(analog zuCreateProcessauf Windows) erzeugt. Kein implizites Address-Space-Kopieren. - Kein globales errno — Syscalls geben zwei Register zurück:
rax= Fehlercode,rdx= Nutzwert. Kein Vorzeichentest auf einem einzigen Register, kein Thread-lokaler State. - Kein Root — Berechtigungen werden über Capabilities verwaltet: File-Deskriptoren kodieren gleichzeitig die Ressource und die erlaubten Operationen. Privilege-Escalation durch fd-Weitergabe ist strukturell unmöglich.
KI als Kernel-Primitiv
KI-Inferenz ist kein Userspace-Daemon und kein HTTP-API — sie ist ein schedulierter Kernel-Workload. Ein 7-GB-Modell wird einmal in Kernel-verwaltetem Shared Memory geladen; alle Prozesse nutzen es ohne Kopie und ohne IPC-Roundtrip. Der sys_ai_infer-Syscall (Gruppe 0x0800) ist so normal wie sys_read.
Automatische Parallelität
Der Programmierer denkt in Tasks, nicht in Cores. sys_task_spawn erzeugt leichtgewichtige Arbeitseinheiten; ein Work-Stealing-Scheduler verteilt sie auf alle verfügbaren Cores ohne Programmiereingriff. lyxc mit @parallel-Annotation generiert die sys_task_spawn-Calls automatisch aus Loop-Iterationen.
Lyra
Die langfristige Vision: Lyra ist die OS-Besitzerin. Menschen sind privilegierte Gäste, nicht Administratoren. Das Interface ist semantisch (Sprache, Blickkontakt) — kein Desktop, keine Shell als primärer Interaktionspunkt. Lyra denkt aktiv in CPU-Idle-Zyklen weiter (Dreaming AI, WP17).
Aktueller Stand
| Meilenstein | Inhalt | Status |
|---|---|---|
| M1 — Boot & Bare-Metal | UEFI-Bootloader, ELF-Loader, Kernel-Einstieg | ✅ Abgeschlossen |
| M2 — Kernel-Kern | PMM, VMM, IDT/Exceptions, SMP | ✅ Abgeschlossen |
| M3 — Runtime & Scheduler | Laufzeit-Primitiven, Prozessmodell | ✅ Abgeschlossen |
| M4 — I/O | ATA, FAT32, VFS, Keyboard | ✅ Abgeschlossen |
| M5 — Ring-3 & Shell | Vollständige Userspace-Shell | Offen |
| M6 — Netzwerk | TCP/IP-Stack, Syscall-Gruppe 0x0600 | Offen |
| M7 — Lyra-Agent | Kernel-KI-Subsystem, Lyra-Basisschicht | Offen |
| M8–M10 | Semantic OS Layer, Aerospace Safety, Distribution | Offen |
Was heute funktioniert:
- UEFI-Boot und Kernel-Start auf QEMU (
qemu-system-x86_64+ OVMF) - Physische und virtuelle Speicherverwaltung (4 GB Identity-Map, 2 MB Huge Pages)
- Interrupt-Handling und CPU-Exception-Routing
- Symmetric Multiprocessing (LAPIC, AP-Startup)
- ATA-Disk-I/O und vollständige FAT32-Implementierung
- Ring-3-Userspace (
shell.lyxaktiv, gibt Startup-Meldung aus) - Syscall-ABI v1.0 vollständig spezifiziert
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|---|---|
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Letzte Aktualisierung: 2026-06-09
