parted — Partitionen einteilen, ohne Sektoren zu rechnen

Leitsatz

Der Benutzer beschreibt, was er will; das Werkzeug ermittelt, wie das auf die Platte passt. Im Normalfall genügen Typ und Größe — Startsektor, Endsektor, Ausrichtung und die größtmögliche Größe rechnet das Programm selbst aus.

Streng getrennt gehalten werden dabei zwei Dinge:

Bedeutung
IST was auf der Platte steht — beim Start gelesen
PLAN was der Benutzer vorhat — nur im Speicher

Geschrieben wird ausschließlich auf ausdrückliche Anweisung, und vorher wird der ganze Plan geprüft. Solange nichts geschrieben ist, kostet jeder Irrtum nichts.

Ablauf

Zuerst die Platte wählen (die Liste kommt wie bei diskinfo aus dem Blockgeräte-Verzeichnis), dann das Menü:

[A] Partition anlegen     [L] Partition loeschen
[B] Groesse bearbeiten    [T] Typ aendern
[I] Informationen
[N] Neue Partitionstabelle
[W] Aenderungen schreiben [V] Aenderungen verwerfen
[D] Andere Platte         [Q] Beenden

Die Übersicht zeigt Sektorgröße und je Partition Nummer, Zustand, Typ, Größe, Start und Ende. Liegen ungeschriebene Änderungen vor, sagt das Programm es unter der Tabelle — und fragt nach, wenn man mit [Q] oder [D] hinausgeht.

Partitionstypen

Nr Typ Nr Typ
1 EFI System 7 Linux RAID
2 Linux Filesystem 8 Microsoft Reserved
3 Linux Swap 9 Windows Recovery
4 Microsoft Basic Data 10 Apple HFS+
5 BIOS Boot 11 Apple APFS
6 Linux LVM

Größen werden im Klartext eingegeben — 512 MB, 20 GB, 1 TB, 750MiB. Was sich nicht deuten lässt, wird als solches gemeldet, statt geraten zu werden.

Was das Programm nicht tut — und auch nicht vorgibt zu tun

  • Keine Dateisysteme anlegen. Dafür gibt es format (FAT32) und mkfs_iofs (IOFS).
  • Kein MBR. GPT ist das Ziel.
  • Nicht verschieben. Vergrößern geht nur in den Platz direkt hinter der Partition; verschieben hieße, die Daten mitzunehmen, und das tut dieses Werkzeug nicht.
  • Kein Dateisystem mitverkleinern. Beim Verkleinern warnt es ausdrücklich: alles hinter der neuen Grenze ist danach unerreichbar. Die Rückfrage steht dabei auf Nein als Vorgabe.

Freier Platz muss am Stück vorhanden sein. Passt eine Größe nicht, sagt das Programm auch das — „der gesamte freie Platz kann größer sein, eine Partition braucht ihn aber am Stück„.

Die Prüfung vor dem Schreiben

[W] listet zuerst die geplanten Änderungen, prüft dann den ganzen Plan und schreibt erst danach — und nur nach ausdrücklicher Bestätigung (Vorgabe: Nein). Beanstandet werden unter anderem:

  • Ende liegt vor dem Start
  • Beginn im reservierten GPT-Bereich vorn, oder Ende hinter dem Plattenende
  • Ausrichtung unter 1 MiB
  • sich überschneidende Partitionen
  • mehr Einträge, als die Tabelle trägt

Gibt es Beanstandungen, wird nichts geschrieben. Schlägt das Schreiben mittendrin fehl, verweist das Programm ausdrücklich auf [I], bevor irgendetwas anderes getan wird — die Tabelle kann dann unvollständig sein.

Ausrichtung und die reservierten Bereiche hängen an der Sektorgröße, sie sind keine festen Zahlen: 1 MiB Ausrichtung sind 2048 Sektoren bei 512 B, aber 256 bei 4096 B.


Letzte Aktualisierung: 2026-08-27 — Seite neu angelegt, aus lyx-os/bin/parted.lyx erhoben.